"Aller guten Dinge sind zwei" Arbeitseinsatz 2010
Alles war gut vorbereitet, Sektionsmitglieder hatten sich gemeldet, die Männer vom THW waren bereit und eingewiesen, Fahrzeuge reserviert und Absprachen vor Ort mit Martin und Horst Rass von der ARGE Zillertaler Höhenwege getroffen. So fuhren wir am 17. Juni nach Mayrhofen. Dort angekommen gab es die erste Überraschung: Das Gerätefahrzeug des THW konnte wegen der Höhe die Tunnel nicht passieren und musste an der Staumauer abgestellt werden. Nach dem Umladen der wichtigsten Dinge ging es mit dem Mannschafts-fahrzeug weiter bis zur Grüne-Wand-Hütte. Aber auch hier war Ende der Fahrt denn die Geländegängigkeit war letztlich nicht ausreichend.
Schwer bepackt erreichten wir die Talstation der Materialseilbahn und begannen mit dem Aufstieg, der für die Männer des THW eine Herausforderung darstellte, aber dann doch gemeistert wurde.
Für Freitag war der Aufbau der beiden Stege über den Sonntagskarbach (im Zustieg zu unserer Hütte und im Übergang zum Aschaffenburger Steig) vorbereitet, Das Baumaterial war bereits per Hubschrauber vor Ort abgelegt worden. Nach Einweisung durch Martin, ein Mitarbeiter der ARGE, teilten wir uns in 2 Trupps und konnten die Fertigstellung noch am Nachmittag abschließen.
Am Samstag haben wir die Wasserfassung in Ordnung gebracht. Dabei mussten zunächst die darin liegenden Steine ausgeräumt, der Ablauf freigelegt und der Zulauf so verändert werden, dass möglichst kein Wasserverlust eintreten kann. Es war mühsam im Wasser stehend die Arbeiten auszuführen. Mit Hammer und Meisel wurde Korrekturen am Zulauf vorgenommen und der Fels entsprechend bearbeitet. Das Ergebnis war so gut, dass jetzt immer genügend Wasser für die Stromerzeugung aufgefangen und abgeleitet wird.
Am Nachmittag wandelte sich der Regen in Schnee, dieser bildete zunächst einen feinen Überzug, verhieß aber nichts Gutes denn es sollte auch in den nächsten Tagen so bleiben. Bis zum Abend haben wir mit Sorge und Überraschung die permanent steigende Schnee-stärke beobachtet und am nächsten Morgen konnten wir 45 cm (!) Schneehöhe auf den Tischen der Terrasse messen.
Aber am Sonntag sollte Personalwechsel sein, die Männer des THW mussten nach Hause und unsere Bergkameraden aus Kassel reisten an diesem Tag an.
Es war kein Weg, kein Steinmann, nur noch die wenigen gesteckten Stangen zu sehen und es tauchte die Frage auf: Wie gelangt man jetzt ins Tal? Letztlich war es Manfred Hühner der die Situation entschärfte, er erklärte sich bereit einen Weg zu suchen und die Männer ins Tal zu führen. Es war sehr mühsam, keine Sicht durch Nebel, tiefer Schnee, der die Untiefen zwischen den Steinen verdeckte, aber sie haben es geschafft. Dafür bedanken wir uns noch-mals ausdrücklich bei Manfred. Am Nachmittag war er wieder auf der Hütte und brachte die inzwischen eingetroffenen Teilnehmer aus Kassel mit. All dieses geschah am 20. Juni 2010!
An die Aufnahme der angedachten Arbeiten war gar nicht zu denken, Wege- und Straßen-bau bei dieser Schneehöhe? Unmöglich! Also entschieden wir am Dienstag den Einsatz abzubrechen und nach Hause zu fahren um ihn zu einem späteren Termin, bei hoffentlich besserem Wetter, nochmals anzugehen. Als Ersatzmaßnahme haben wir mit vereinten Kräften Tische und Bänke auf der Terrasse, die Terrasse, das Dach über der Veranda und das Umfeld der Hütte von den Schneemassen gesäubert.
Es kam dann doch noch dazu, im zweiten Anlauf haben wir den geplanten Arbeitseinsatz durchgeführt. Mit 6 Sektionsmitgliedern waren beide Hüttenwarte vom 15. bis 20. August zur Erledigung der verschiedensten Aufgaben im Stilluptal.
Die Vorbereitungen wurden bereits in Kassel getroffen und von Kassel aus die Vorhaben mit Hüttenwirt Martin und Mitarbeitern der ARGE Höhenwege abgestimmt. Wir wollten doch mit sachkundiger Unterstützung die Arbeiten erledigen. Nützlich war dabei, dass wir nicht nur in Klaus einen „Mann vom Fach" mit konkreten Vorstellungen über die auszuführenden Arbei- ten hatten, auch die Sektionsmitglieder haben jeder auf seine Weise zum Erfolg beigetragen.
Wir teilten uns zunächst in 2 Trupps auf, die von Klaus und mir angeführt wurden. Klaus hatte es übernommen die Wasserführung an der Zufahrtstraße zu verbessern und wir führten mit Martin von der ARGE die Reparatur des Aufstiegsweges aus.
Zunächst galt es für die Straßenreparatur Baumaterialien zu beschaffen, Leitplanken (für die Ableitung des Wassers) bei der Straßenmeisterei und Trockenbeton und Bewehrungsmatten beim Baustoffhandel. Nach dem Ausschachten und der Beseitigung von losen Materialien wurden die Anschlüsse zum festen Fahrbahnbelag hergestellt und die Verfüllung und An-gleichung mit Beton vorgenommen. Dieser wurde per Hand vor Ort gemischt, verarbeitet wurden insgesamt 47 Säcke mit je 40 kg! Der Bedarf war bei Beginn der Arbeiten schwierig abzuschätzen, so mussten wir noch 2 mal nachbeschaffen. Aber letztlich war es dann doch geschafft und der Stolz über das Erreichte war den Mitwirkenden anzusehen.
Mit dem zweiten Trupp haben wir, bei der Talstation der Materialseilbahn beginnend, Wasserlöcher durch Ablaufrinnen trocken und neue Entwässerungsrinnen angelegt, weiche Stellen mit Packlagen aus Steinen befestigt und Buschwerk beschnitten.
In einer weiteren Massnahme wurde der Zugang von der Hütte zum Helikopterlandeplatz so überarbeitet, dass er mit einem Verletzten auf der Trage sicher zu begehen ist, Hierzu haben wir mühsam geeignete Steine im Umfeld des Weges suchen müssen.
Da es zeitlich noch möglich war, wurde der Trinkwasserbehälter mit einem neuen Ablaufrohr versehen. Dafür hatte Klaus zu Hause ein geeignetes Übergangsstück gefertigt ...und das passte, wie vor Ort gemacht. Gleichzeitig wurde der Behälter gereinigt sodass die am 20.08. durchgeführte Überprüfung durch die Aufsichtsbehörde ohne Beanstandungen erfolgte.
Um den Übergang von der Greizer zur Kasseler Hütte sicherer zu machen wurde durch die ARGE Höhenwege am Löfflerbach eine Seilsicherung über die Platten und hüttenseitig ein Wegstück angelegt. Dabei haben Martin und Günter geholfen. Hier ist aber für die Zukunft eine dauerhafte Baumassnahme erforderlich, eventuell ähnlich der Seilbrücke über den Ablauf des Wollbachgletschers.
Dank sei allen Beteiligten gesagt, auch dem Wettergott, der uns dieses mal zwar manchen Regenschauer bescherte aber keinen Schnee der zum Abbruch geführt hätte wie im Juni.
Trotz des Ausfalls der Stromerzeugung für die Hütte und der Überbrückung durch diverse Kunstgriffe haben wir im Rahmen der Halbpension eine gute Versorgung durch Hüttenwirt Martin und seine Frau Monika erhalten und sind durch Andreas, Peter und Paul gut betreut worden. Auch hierfür sagen wir auf diesem Wege: Danke für diese Unterstützung.
Günter Schaub und Klaus Struckmeier, die Hüttenwarte
Teilnehmer bei den Arbeitseinsätzen 1 & 2 waren:
Andres Orth (2)
Bert Sauerwein (1)
DetlevRingeler (2)
Dieter Pawlik (2)
Ernst Screba (1)
Hans-GünterBerthel (2)
Herbert Gebhardt (1 & 2)
Joachim Weiss (1)
Karl-Heinz Ackermann (1)
Manfred Hühner (1)
Reinhardt Weber ( 1 & 2)
Susanne Grieser (1)
Susanne Schuster (1)
Männer des THW Kassel



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