Die Wandergruppe …unterwegs… 28.5. – 13.8.2017

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Auf zu den historischen Grenzwegen westlich Naumburg! Sehr viele gut erhaltene und gepflegte Grenzsteine mit entsprechenden durch die Steinmetze herausgearbeiteten Wappen aus den Jahren ab 1567 geben Zeugnis von der genauen und dort im Verlauf komplizierten Abmarkung der Herrschaftsgebiete  Hessen (Löwe), Mainz/Naumburg (Mainzer Rad), Waldeck (Stern), v. Buttlar (Bütt=Holzfass mit Menschenkopf ) und v. Elben (Geweih mit Lilien). Die „Zwei-Herren-Steine“ sind markanter Geländepunkt, treffen doch hier mehrere Gebiete aufeinander. Bärbel Schwenk leitet diese historisch interessante Tour mit 19 Personen am Sonntag, 28.5. bei heißen Temperaturen über 15 km. Dabei genießen alle die schattenspendenden Buchenwälder. Die Wanderung beginnt und endet am Parkplatz „Im Burghain“ am westlichen Ortsrand Naumburgs.

Bild 1 An den Herrensteinen

Bild 2  Die Wappen

Ein Sahnestück unter den Wandermöglichkeiten in Nordhessen: wir wandern am 11.6. – geleitet von Friedrich und Carola Haupt – im Bereich Karlshafen („Dreiländereck“) mit tollen Ausblicken auf die Landschaften der Diemel und Weser durch hessische, westfälische und niedersächsische Grenzgebiete. Die Wanderung verläuft von Helmarshausen über die Krukenburg und Hugenottenturm nach Herstelle; wir setzen dort mit der Fähre über die Weser und erklimmen die Hannoverschen Klippen („Skywalk“), welche einen unglaublich schönen Ausblick auf das Wesertal bieten. In Karlshafen wird im Rathaus-Innenhof, dem Rosengarten, eine Rast eingelegt. Die 17 Teilnehmer-/innen genießen inmitten blühender Rosen das Glockenspiel, Carola’s Liedvortrag sowie ihre Erfrischungen, bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht. Alle Teilnehmer sind begeistert; Dank gebührt beiden für eine Wanderführung durch landschaftlich tolle Gebiete.

Bild 3 Blick von den Hannoverschen Klippen („skywalk“) auf Karlshafen u. Weser

Bild 4  Im Rosengarten

Schneewittchen und die Sieben Zwerge begrüßen uns am 25.6. im Dorf Bergfreiheit! Dieter und Giesela Mennecke führen 11 Wanderinnen und Wanderer von Oberurff über 13 km durch den Kellerwald, und ausgerechnet an diesem Tag findet dort im Bergmannsdorf Bergfreiheit das Bezirks-Schützenfest mit Märchen-Bergfest statt, ein kulturhistorisches Ereignis: der Umzug der Schützengarden mit Schneewittchen und den Zwergen weist auch darauf hin, dass hier über 5 Jahrhunderte Erzbergbau betrieben wurde, die damals übliche Kinderarbeit in Stollen mit 60 cm Höhe ist heute als „Zwergenarbeit“ überliefert. Neben dem Besucherbergwerk informiert auch das im Gebäude des ältesten Bergamtes in Hessen eingerichtete kleine Museum über den Bergbau im Kellerwald. Schneewittchen dagegen ist eine Sagengestalt, die wohl ihren Ursprung in der Person der Prinzessin Margaretha v. Kurhessen-Waldeck hat, welche 1554 mit 21 Jahren unter mysteriösen Umständen (Vergiftung?) verstarb. Der Volksglaube wollte dies wohl nicht hinnehmen und ließ sie weiterleben (7 Zwerge). Die Brüder Grimm haben diese Sage bzw. das Märchen in ihre Werke übernommen. Wir danken Dieter und Giesela für ihre Nachforschungen und besonders für die Wanderung mit solchen schönen Erlebnissen.

Bild 5 Start - Freizeitanlage Oberurff

Bild 6 Schneewittchen mit den 7 Zwergen

Bild 7 Schützenparade

Auf dem Premiumweg P17 geht’s am 9.7. unter der Leitung von Helmut und Karin Becker über die Waldkappeler Berge. Premium ist der Weg über gesamt 18 km in mehrfacher Hinsicht: von zwei Aussichtstürmen (Pionierturm und Ziegenküppelturm) können wir eine grandiose Aussicht genießen, durch ausgedehnte Buchenwälder spendet er bei großer Hitze Schatten, was denn auch sehr angenehm ist, denn das Wegprofil ist durch viele Steigungen/Gefälle gekennzeichnet (ca. 600 Hm). Einen Einblick in die Erdgeschichte liefert eine Sandsteinhöhle am Wegesrand. Der Weg als solcher ist über weite Strecken ein sehr schöner Wald- und Wiesenpfad, der sehr ästhetische weite Ausblicke in die Landschaften gewährt, dabei mit guter Wegekennzeichnung versehen. Ein ganz ausgezeichneter Wanderweg, der allerdings gutes Leistungsvermögen der Wanderer voraussetzt, wenn man ihn in voller Länge gehen will. Helmut und Karin haben uns damit ein besonderes Wandererlebnis geboten, abseits der Straßen, in landschaftlicher Stille und Schönheit, begegnet sind wir niemandem. Wir  - 10 Teilnehmer/-innen - danken Beiden für die Streckenwahl, für das Vorwandern und die angenehme Wanderatmosphäre. 

Bild 8  Waldkappel:  Start am Brunnen vor der Kirche

Bild 9  Blick v. Ziegenküppelturm n. Norden: vorn Waldkappel, links Meißner, am Horizont: mitte Hirschberg, rechts Hörne.

Wasser, Fels und Sonne: die Wanderung am 13.8. 17 mit Erich und Margret Fiege auf dem „Hohen Meißner“ beschert uns morgens Regen und Nebel, ab Mittag aber herrliches Wetter. Die Felsen der Seesteine (Basalt) mit rauschenden durchfließenden Bergbächen nach schwerem Regenwetter, die Aussichten von der Kalbe nach Osten (von Göttingen bis Eschwege)  sowie der Blick vom Meißnerhaus nach Westen (von der Rhön über Kellerwald bis Habichtswald) sind grandios. Besonders aber zog Erich die 19 Teilnehmer/-innen durch seine excellenten Vorträge in Bann. Zu Beginn der Tour stellte er – auch anhand der aufgestellten Tafeln und des Gedenksteins  – die Geschichte der fortschrittlichen Deutschen Wanderjugend dar, die sich mit über Tausend Teilnehmern am 12. 10. 1913 auf dem Meißner traf, um sich vom herrschenden reaktionären Bürgertum abzugrenzen, insbesondere von den nationalistischen Feiern anlässlich der Völkerschlacht bei Leipzig; nach 1933 hatte auch diese Bewegung Probleme, von denen sie sich nach 1945 nicht mehr recht erholen konnte, weil pauschale Aussagen einer differenzierten Betrachtung im Wege stehen. Das Archiv der damaligen Deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein mag die Kenntnisse erweitern.  Im Wegeverlauf erläutert Erich sachkundig die Meißner-Geologie und den darauf basierenden Braunkohleabbau, der heute nicht mehr existiert, aber in den letzten dreihundert Jahren die ökonomische Infrastruktur bis ca. 1960 enorm belebte: Standort, Arbeit, Einkommen!  Der Abschluss der Wanderung ist geprägt vom Dank an Erich und Margret für Vorwanderung, Führung und Ausarbeitung der Vorträge sowie von der gemütlichen Einkehr auf der Meißnerhaus-Terrasse.  

Bild 10 Meißner 12.10.1913

Bild 11 Meißner 2017

Bild 12 Blick von der Kalbe nach Osten

Jochen Moll