Viel Verkehr an der Glocknerscharte - Hochtour im August 2010

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Tour zum Großglockner (3798m)

Am 20.08.2010 treffen sich Ralf, Ute und ich (Volkhard) um 4.00 Uhr in der früh in Wabern um gemeinsam den Großglockner - über den Stüdlgrat zu besteigen. Die Anreise verläuft Problemlos und Staufrei, Ute schläft auf der Rückbank, Ralf und ich wechseln uns beim fahren ab.
Am späten Vormittag erreichen wir den großen Parkplatz bei Kals am Lucknerhaus (1918m), packen unsere sieben Sachen zusammen und freuen uns über das immer besser werdende Wetter und den herrlichen Ausblick auf den Großglockner.

Das erste Teilstück unsere Etappe führt am Bach entlang, über Wiesen und Weiden bis zur Lucknerhütte (2241m), dort gönnen wir uns eine erste Pause und nehmen ein kleines Mittagessen zu uns. Im Anschluss daran wird das Gelände immer steiniger, Wiesen und Weiden werden immer weniger und am frühen Nachmittag erreichen wird die Stüdl-Hütte. Das Etappen-Ziel ist erreicht und wir beginnen spontan mit der Entspannung, genießen die Sonne auf der Terrasse bei Apfelstrudel, Milchkaffee sowie Hopfen- und Malzhaltigen Erfrischungsgetränken. Nach dem genießen und vor dem Abendessen beschließen wir auf den Hausberg, den Fanatkogl (2905m), zu steigen. Von dort hat man einen herrlichen Ausblick auf den Großglockner und den Stüdlgrat.

Nun folgt das Abendessen. Ein Drei-Gänge-Menü! Wir haben eine Auswahl an frischen Salaten vor uns, die Wahl zwischen zwei verschiedenen Suppen, zwei Hauptgerichten und Nachtisch. Dazu die beliebten Hopfen- und Malzhaltigen Erfrischungsgetränke. Allein schon wegen des Abendessen lohnt einen Besuch auf der Hütte. Wir sind schon ganz gespannt auf das Frühstück.
Doch vor dem Frühstück kommt die Nacht. Die Hütte ist knall voll. Die Notmatratzen im Flur alle belegt. Im Lager mit 23 Bergfreunden kann ich nicht wirklich gut schlafen, um halb fünf ist die Nacht dann auch schon vorbei. Wie schön. In der Hütte habe ich den Eindruck ich sei in einem Bienenschwarm. Überall ist munteres Treiben zu nachtschlafender Zeit, Überall werden Rucksäcke zu- und wieder aufgemacht, Stirnlampen gesucht, Schuhe angezogen, Wanderstöcke fallen um, Rucksäcke werden aufgezogen; die Hüttentür fällt nicht ins Schloss weil alle rein oder raus wollen.

Das Frühstück läst fast keine wünsche offen. Kaffee, Tee, Müsli, Obstsalat, Quark, Marmelade, Nutella, Honig, Wurst und Käse. Alles ist da. Wie wunderbar.
Es ist halb sechs. Wir drei machen uns auf den Weg. Das Wetter verspricht gut zu werden, erst am Nachmittag wird leichte Bewölkung erwartet. Der Weg führ in Serpentinen den Berg hinauf bis zum Teischnitzkees. Auf dem Gletscher geht es entspannt bis zur Einstiegsstelle des Stüdlgrates. Dort angekommen machen wir uns fertig für die Kletterei. Überwiegend II-III, einige Stellen IV. So die Beschreibung. Ralf wird Vorsteigen, am laufenden Seil, dann ich, der „Kletterneuling" und dicht hinter mir die Ute. Das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit. Zwei erfahrene Bergsteiger dabei zu haben ist schon eine tolle Sache. Die Kletterei hatte ich mir schlimmer vorgestellt, es gibt gute Griffe und Tritte und ausreichend Sicherungspunkte, wie ich finde. Nach 2 ½ Stunden erreichen wir den „Frühstücksplatz". Doch zum Frühstücken ist hier kein Platz. Hier ist gerade Stau. Eine Seilschaft aus der Tschechei hat doch erhebliche Schwierigkeit hier weiter zu kommen. Wir üben uns in Geduld, klettern nach, und finden dann doch noch eine Stelle, um an ihnen vorbei zukommen. Die Kletterei ist bis auf einige wenige Stellen für mich nicht all zu schwer, ich soll mehr mit den „Beinen" klettern sagt zu Ute mir.
Ralf treffen wir immer mal wieder wenn er kein Material mehr hat. So arbeiten wir uns langsam den Stüdlgrat hinauf. Um 11.00 Uhr erreichen wir bei Herrlichsten Sonnenschein den Gipfel.

Wie zu erwarten war, sind wir nicht ganz allein am Gipfel. Die mitgebrachten Brote werden ausgepackt und wir genießen die Zeit dort oben, den Blick rüber zum Großvenediger und das Gipfel-Schnäpschen.
Für den Weg über die Glocknerscharte wird unsere Geduld extrem beansprucht. Zähfließender Verkehr mit Zeitweiligen Stillstand würde es in den Verkehrsdurchsagen heißen.
Die einen wollen hoch, die anderen runter, alle zur gleichen Zeit, über den gleichen Weg. Das ganze braucht so seine Zeit.

Viel Verkehr an der Glocknerscharte

Irgendwann haben sich die verknoteten Seile wieder entknotet und wir haben wieder freien Fels unter den Füßen. Am frühen Nachmittag erreichen wir die Erzherzog-Johann-Hütte. Wir machen eine Pause und gönnen uns eines der beliebten Erfrischungsgetränke. Der Weg führt uns dann weiter über einen Klettersteig hinab auf den Ködnitzgletscher und zurück zur Stüdlhütte, die wir nachmittags erreichen.
Wir sind etwas müde und erschöpft, der wenige Schlaf und die Kletterei haben doch an den Kräften gezehrt. Wir genießen das leckere Abendessen, ein Erfrischungsgetränk und gehen früh schlafen.
Die zweite Nacht war nicht viel besser wie die erste. Wieder ist die Hütte knall voll, nur das wir nach dem aufwachen noch liegen bleiben können bis sich die Unruhe im Zimmer wieder gelegt hat. Wir genießen noch einmal ein leckeres Frühstück und machen uns bei wolkenlosem Himmel gegen 8.00 Uhr auf den Heimweg.

Damit wir nicht den gleichen Weg runter laufen den wir schon hoch gelaufen sind, beschießen wir noch einen kleinen „Schlenker" zu machen. Wir wählen einen Weg der uns ins Nachbar Tal zur Glorerhütte (2642m) bringt.

Mittagspause an der Glorerhütte

Dort gönnen wir uns ein frühes Mittagessen und machen uns dann auf den wenig abwechslungsreichen Weg zum Parkplatz am Lucknerhaus wo unser Auto steht. Kurz nach Mittag sind wir am Auto, die verschwitzen Klamotten tauschen wir gegen frische die im Auto auf uns gewartet haben und machen uns auf den Weg zurück nach Kassel.

Abschließend fasse ich zusammen: Super Wetter, super Hütte, tolle Mitkletterer, feine Tour.


Volkhard Spiers aus Espenau